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DVSI Pressemeldung "Spielware setzt Höhenflug fort"

Spielware setzt Höhenflug fort

Branche besonders „krisenfest“ / Klassische Spielwaren im Trend / Onlinegeschäft großer Gewinner / DVSI warnt vor Wettbewerbsverzerrung

Nürnberg, den 24. November 2020. Die Deutschen haben in der Corona-Pandemie ihre Liebe für Spielwaren entdeckt. Das zeigen die Zahlen der sechsten DVSI-Branchenstudie über die deutsche Spielwarenindustrie sowie die Daten einer repräsentativen, exklusiv für den DVSI erstellten YouGov-Umfrage. Im dritten Jahr in Folge und auch in Krisenzeiten kennt das Konjunkturbarometer der Branche nur eine Richtung: nach oben. Zweiter großer Gewinner der guten Entwicklung ist das Onlinegeschäft mit Spielwaren, das bereits im vergangenen Jahr einen Marktanteil von ca. 43% erreichte. Das Thema Nachhaltigkeit, Fokusthema des letzten DVSI-Index‘, steht für viele Spielwarenhersteller trotz Corona nach wie vor weit oben auf der Agenda. Für 35% zählt die Reduzierung von Material- und Energieeinsatz zu den wichtigsten Maßnahmen in den kommenden Jahren. Auch für 2021 erwarten 42% der befragten Spielwarenhersteller, dass sich der Aufwärtstrend fortsetzt.

Während Deutschland laut Sachverständigenrat 2020 einen Rückgang des realen Bruttoin­landsprodukts um 5,1% verkraften muss, trotzt die deutsche Spielwarenindustrie der Krise und zählt zu den „Gewinnern“ der Corona-Pandemie. Die Branche erweist sich zudem als ein Beschäftigungsanker in rauer See. Stieg die Erwerbslosenquote auf 6% Ende Oktober, bauten die deutschen Spielwarenhersteller 2020 per Saldo kein Personal ab, sondern 28% der Befragten schafften im Vergleich zum Vorjahr sogar etwas mehr Stellen. Zuwächse gab es vor allem bei mittelgroßen Unternehmen. Nach einem nennenswerten Beschäftigungszu­wachs Mitte dieses Jahrzehnts präsentiert sich die Branche bei der Mitarbeiterentwicklung als robust.

Umsatzentwicklung und Erwartungen

Vorsichtige Krisengewinner: 58 % der Unternehmen schätzen ihre gegenwärtige Situation als „gut“ oder sogar als „sehr gut“ ein. Besonders gut beurteilen dabei große und mittlere Unternehmen die wirtschaftliche Entwicklung. Obwohl die Abverkaufszahlen aktuell eine andere Sprache sprechen, glauben die befragten DVSI-Mitglieder allerdings, dass das Wachs­tum in diesem Jahr mit 1,5% nur moderat ausfallen dürfte. Großunternehmen mit über 10 Mio. € jährlichem Umsatz setzen die Messlatte aber höher an. Sie rechnen mit Zuwächsen von 3,5 % in 2020. „Der verhaltene Optimismus der heterogenen deutschen Spielwarenin­dustrie ist durchaus verständlich“, sagt DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil, „denn während des Umfragezeitraums Ende Oktober/Anfang November stiegen die Infektionszahlen drastisch an, was sich psychologisch negativ ausgewirkt haben dürfte. Zum anderen profitieren nicht alle Hersteller gleichermaßen vom Online-Boom. Hier haben die Top-Marken klar die Nase vorne, während kleinere Hersteller stärker auf den stationären Handel angewiesen sind.“ Gewichtige Impulsgeber der Spielwaren-Sonderkonjunktur sind Gesellschaftsspiele, Arts & Crafts, Building Sets, aber auch Modellbau/Plastikmodellbau und Modellbahn. Brobeil: „Die Beschäftigung mit haptischen Dingen, mit Basteln, mit Handwerk, das nimmt wieder zu.“

Die Corona-Pandemie geht aber nicht völlig an der Spielwarenbranche vorbeigeht. Der Kon­zentrationsprozess und die seit Jahren anhaltende Polarisierung in der Branche nahmen durch COVID-19 zusätzlich Fahrt auf. Das zeigen die unterschiedlichen Erwartungshaltungen an die Umsatzentwicklung. Zum anderen rechnen nur noch 28% der Spielwarenhersteller in diesem Jahr mit besseren Umsätzen im Weihnachtsgeschäft als ein Jahr zuvor. 2019 waren es noch 33%. „Trotz hoffnungsvoller Signale, dass Ende dieses Jahres oder im Frühjahr 2021 Impfstoffe zur Verfügung stehen“, sagt Ulrich Brobeil, „werden wir wohl mindestens noch ein halbes Jahr mit einer gewissen Unsicherheit leben müssen, bis wir schrittweise zur lang ersehnten Normalität zurückfinden.“ Die Corona-Pandemie hinterlässt auch im Kopf der Hersteller ihre Spuren.

Online der große Profiteur

Der Hauptumsatztreiber in den letzten 10 Monaten war der Onlinehandel. Das gaben 64% der Befragten an. Das wird auch 2021 so bleiben, wie 57% sagten. Letzteres überrascht nicht. Nur 6% rechnen 2021 mit einer Rückkehr zur Normalität; weitere 22% gehen von einer langsamen Normalisierung im Laufe des Jahres aus. Der Siegeszug des Onlinehandels be­reitet dem DVSI als Sprachrohr der Hersteller durchaus auch Kopfzerbrechen. „Die Schließung der stationären Spielwarengeschäfte während des Lockdowns im Frühjahr dieses Jahres“, sagt Ulrich Brobeil, „führte zu einer Wettbewerbsverzerrung und zu einer weiteren Verschiebung in Richtung Onlinehandel, was unsere Innenstädte weiter unter Druck gesetzt haben dürfte. Auch Spielwarengeschäfte sind für die funktionale Körnung der Innenstädte von großer Bedeutung.“

Nachhaltigkeit? Auch in Corona-Zeiten ein Thema

Klimaschutz und erneuerbare Energien liegen den Deutschen am Herzen – auch dem DVSI und den deutschen Spielwarenherstellern. Der DVSI ist erneut Partner der voraussichtlich im September 2021 stattfindenden 2. Bio!TOY Konferenz, bei der es u.a. um den Einsatz von biobasierten Kunststoffen und Verpackungsalternativen geht. Das Informationsbedürfnis in der Spielwarenbranche ist für den DVSI-Geschäftsführer jedenfalls da. „Ich glaube“, sagt Ulrich Brobeil, „dass eine ressourcenschonende Wirtschaft möglich ist. Fortschritte in der Spielwarenbranche gibt es bereits auf etlichen Ebenen.“ Für 41% der Hersteller besitzt das Thema Nachhaltigkeit eine hohe bis sehr hohe praktische Bedeutung im Alltag; 50% der Befragten attestieren ihrer Organisation sogar ein hohes oder sehr hohes Niveau und 52 % zeigen sich überzeugt, dass das Thema für die Wettbewerbsfähigkeit von „großer“ bis „sehr großer“ Bedeutung ist.


Pressekontakt

Gerda Schwab

Gerda Schwab

Tel. 0911/477112-22

schwab@dvsi.de

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