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Historie

Anfänge

Die Spielwarenindustrie in Deutschland schloss sich verbandsmäßig zunächst auf Landesebene zusammen. Dort wo kraftvolle Unternehmen entstanden, organisierten sich auch die Verbandsinteressen schon früh. So etablierte sich bereits 1919 der Württemberg-Badische Spielwarenindustrie Verband (WBSV). Zu seinen Gründungsmitgliedern gehörten die Chefs der Firmen Margarete Steiff, Märklin und Cie oder Kindler und Briel, also Kibri. Dieser Verband gründete sich, nachdem die Nationalsozialisten ihn zerschlagen hatten, 1950 als Industrieverband Spiel und Hobby Baden-Württemberg neu. Schon nach dem Ersten Weltkrieg existierte die Fachgruppe Spielwaren und Christbaumschmuckindustrie in der Wirtschaftsgruppe Metallwaren in Berlin mit einer Fachgruppe in Nürnberg. Deren Geschäftsführer war Kommerzienrat Schwarz von der Firma Bing, der damals größten Spielzeugfabrik der Welt. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Johann Distler aus Nürnberg hier den Vorsitz; Bing hatte sich bereits 1932 als Auswirkung der Weltwirtschaftskrise aus der Spielzeugproduktion zurückgezogen.

Bereits im Jahr 1970 gab es erste Bestrebungen, unter dem Namen „Verband der deutschen Spielwarenindustrie“ eine bundesweite Organisation zu gründen. Sie sollte offen sein für alle Landesverbände der deutschen Spielwaren-, Hobby-, Christbaumschmuck- und Karnevals- sowie Festartikel-Industrie. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten die Interessengemeinschaft nordwestdeutscher Spielwarenhersteller I. G., die Vereinigung der Bayerischen Spielwaren- und Christbaumschmuck-Hersteller e. V. in Nürnberg und der Industrieverband Hobby und Spiel Stuttgart. Der Verband wurde 1974 ins Vereinsregister eingetragen.

Vereinigung

Schnell wird deutlich, dass es bei der Interessenvertretung der deutschen Spielwarenindustrie ab Ende der siebziger Jahre gewisse Dopplungen gab, die in erster Linie aus der Historie zu erklären sind. Doch die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Welt entwickeln sich mit zunehmender Geschwindigkeit weiter. Die Globalisierung erweiterte auch die Herausforderungen an die Verbände. Die Mauer fiel 1989, die vergrößerte EU führte 1993 den europäischen Binnenmarkt ein, und China wurde auch als Werkbank für deutsche Spielwarenhersteller immer bedeutender. Umso wichtiger wäre jetzt eine Interessenvertretung wie aus einem Guss. Die deutsche Spielwarenindustrie brauchte dringend ein Sprachrohr, eine Stimme, die in der Welt Gehör findet, Respekt genießt und vor allem: ihre Interessen durchsetzen kann. Unter der Regie von Dr. Volker Schmid, dem Geschäftsführer der beschriebenen Einzelverbände, gelang im April 1991 ein großer Schritt für die Branche: Der neu gegründete „Deutsche Verband der Spielwarenindustrie e. V.“ (DVSI), zunächst mit Sitz in Nürnberg, wurde zum Nachfolger des Verbandes der Deutschen Spielwaren-Industrie, des Verbandes der Bayerischen Spielwaren-Industrie, des Verbandes der Nord- und Westdeutschen Spielwarenindustrie und des Industrieverbandes Spiel und Hobby Baden-Württemberg. Die geschickte Namenswahl macht es übrigens jetzt auch endlich möglich, Firmen aufzunehmen, die ihren Sitz in der Bundesrepublik haben, aber vorwiegend Waren aus anderen Ländern, etwa aus Asien, importieren. Es gelingt, den neuen Verband ohne Austritte von Mitgliedern aus den Vorgänger-Verbänden zu organisieren.

Gegenwart

Der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie e. V. (DVSI) vertritt heute, 25 Jahre nach seiner Gründung, effektiv die Interessen von ca. 230 Unternehmen der deutschen Spielwarenbranche gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft, Gesellschaft und den Medien. Trotzdem bleibt genügend Raum für die Heterogenität, die diese Branche in Sachen Firmenstruktur auszeichnet und die zugleich ihre Stärke ist. Die Mitgliedsfirmen des DVSI repräsentieren mit ihren Unternehmen und Marken mehr als 80 Prozent der Spielwaren in Deutschland. Nach vielen Jahren in Stuttgart, ist der Sitz des DVSI seit Januar 2015 in Nürnberg. Ein großer Teil der Mitgliedsunternehmen hat sich in Fachgruppen organisiert, die kooperative Mitglieder des DVSI sind. Entsprechend der internationalen Ausrichtung sind mittlerweile auch ausländische Hersteller Mitglieder im DVSI. Die europäische Integration der Branche wird durch den europäischen Verband TIE (Toy Industries of Europe) gefördert. Der DVSI ist Mitglied im internationalen Verband ICTI (International Council of Toy Industries). Die Verbandspolitik wird von einem ehrenamtlichen Vorstand und der Geschäftsführung gestaltet. Geschäftsführer des DVSI ist Ulrich
Brobeil.

Zu den aktuellen Projekten des DVSI mit Vorrang gehören die Organisation der Spielzeugsicherheit in der gesamten Lieferkette, Hilfe bei der Installierung von Qualitätsmanagement-Konzepten, die permanente Förderung des Mitgliederaustausches sowie die Aktionen „Spielen macht Schule“ und "Spielen am Nachmittag".